
Eine Wohnung unter dem Dach, die nach Süden ausgerichtet ist, mit großen Fenstern ohne Rollläden in einem modernen Gebäude: Es mangelt nicht an Situationen, in denen die Wärme durch die Fenster eindringt. Der sommerliche Wärmeschutz beginnt zunächst beim Glas und seiner Umgebung, lange bevor die Klimaanlage zum Einsatz kommt. Hier sind zehn praktische Tipps, um die Frische im Inneren zu bewahren, wenn die Sonne scheint.
1. Außenrollläden in hellen Farben anbringen

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Die äußeren Sonnenschutzvorrichtungen blockieren die Strahlung, bevor sie das Glas erreicht. Dies ist der Punkt, den die RE2020 und die überarbeiteten europäischen Richtlinien von 2023 für den Sommerkomfort hervorheben: Ein außen angebrachter Schutz ist deutlich effektiver als ein innenliegendes System, da die aufgenommene Wärme draußen bleibt.
Messkampagnen vor Ort in bestehenden Wohnungen zeigen, dass die Farbe und die Reflexion der Rollläden einen direkten Einfluss auf die Überhitzung haben. Daher bevorzugt man Rollläden in hellen Farben oder mit reflektierenden Beschichtungen, die einen größeren Teil der Sonnenstrahlung zurückwerfen. Wenn möglich, erfüllen weiße oder hellgraue Holzklappläden ihren Zweck, ohne die Fassade zu beschweren.
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Um die Fenster effektiv zu isolieren, bleibt der erste Reflex, diese Rollläden in den heißesten Stunden, zwischen 12 und etwa 17 Uhr, zu schließen.
2. Ein Markisen- oder verstellbares Sonnenschutzsystem installieren

Auf einer Terrasse oder einem Balkon schafft die Markise einen schattigen Bereich, der verhindert, dass direkte Strahlung auf das Glas trifft. Das verstellbare Sonnenschutzsystem (BSO) bietet einen zusätzlichen Vorteil: Seine Lamellen neigen sich je nach Sonnenwinkel, was es ermöglicht, das natürliche Licht zu dosieren, ohne den Raum zu überhitzen.
Diese beiden Lösungen gehören zu den äußeren Sonnenschutzmaßnahmen, die von den aktuellen Texten zur Energieeffizienz von Gebäuden empfohlen werden. Sie sind besonders geeignet für große Fensterfronten, bei denen die Anbringung traditioneller Rollläden kompliziert oder unästhetisch wäre.
3. Eine wärmeabweisende Folie auf das Glas aufbringen

Wenn man nicht außen eingreifen kann (Wohnungseigentum, architektonische Einschränkungen), ist die selbstklebende Sonnenschutzfolie eine schnelle Alternative. Sie wird direkt auf die Innenseite des Glases geklebt und reduziert den Solarstrahlungsanteil, lässt jedoch das sichtbare Licht durch.
Diese Art von Folie funktioniert durch eine metallisierte oder keramische Schicht, die einen Teil der Infrarotenergie reflektiert. Die Rückmeldungen variieren je nach Produktqualität und Fensterexposition, aber der Gewinn an Sommerkomfort ist bereits am ersten heißen Tag spürbar. Man sollte jedoch die Kompatibilität mit dem Glas (Doppelverglasung, Verbundsicherheitsglas) überprüfen, um thermische Schocks zu vermeiden.
4. Abgenutzte Dichtungen ersetzen

Abgenutzte Dichtungen lassen warme Luft durch die Spalten des Rahmens eindringen. Dies ist ein häufiges Problem bei Fenstern, die älter als zehn Jahre sind. Man überprüft den Zustand der Dichtungen, indem man die Hand entlang des Rahmens führt: Jede Luftzugempfindung zeigt ein Leck an.
Der Austausch einer Fensterdichtung kostet nur wenige Euro und dauert weniger als eine Stunde. Man wählt eine Dichtung aus EPDM-Gummi oder Silikon, je nach Profil der Nut. Diese Maßnahme verbessert die Luftdichtheit sowohl gegen sommerliche Wärme als auch gegen winterliche Kälte.
5. Auf Sonnenkontroll-Doppelverglasung umsteigen

Die Sonnenkontrollverglasung integriert eine dünne Metallschicht auf einer der inneren Seiten der Doppelverglasung. Diese Schicht reguliert die Sonnenenergie, die durch das Glas dringt: Sie optimiert den Treibhauseffekt im Winter und reduziert ihn im Sommer. Dies ist eine geeignete Lösung für große Öffnungen (Fensterfronten, Lichtkuppeln, Wintergarten-Dächer).
Man unterscheidet sie von einer klassischen Doppelverglasung durch ihren niedrigeren solaren Faktor, der den Anteil der Sonnenenergie angibt, der ins Innere gelangt. Je niedriger der solare Faktor, desto weniger Wärme dringt ein. Dieser Austausch stellt eine Investition dar, wirkt sich jedoch sowohl auf den Sommer- als auch auf den Winterkomfort aus.
6. Thermorollos mit Futter anbringen

Ein thermisches Rollo mit isolierender Fütterung schafft eine zusätzliche Barriere zwischen dem Glas und dem Raum. Man wählt einen hellen Stoff auf der Fensterseite, um die Wärmeaufnahme zu begrenzen. Das Rollo sollte bis zum Boden reichen und den Rahmen auf jeder Seite um einige Zentimeter überragen, um seitliche Wärmebrücken zu reduzieren.
Dieser Tipp ersetzt keinen äußeren Schutz, ergänzt jedoch die Maßnahme. Tagsüber, mit zugezogenen Rollos und halb geschlossenen Rollläden, steigt die Innentemperatur viel langsamer.
7. Nachts durch Querlüftung belüften

Der Bericht von Santé publique France aus dem Jahr 2023 empfiehlt die Kombination von äußeren Sonnenschutzmaßnahmen und einer kontrollierten nächtlichen Belüftung, anstatt sich ausschließlich auf die Isolierung des Glases zu verlassen. Die Idee ist, nachts gegenüberliegende Fenster zu öffnen, um einen Durchzug zu erzeugen, der die in Wänden und Böden angesammelte Wärme abführt.
Man öffnet, sobald die Außentemperatur unter die Innentemperatur fällt, in der Regel nach 22 Uhr. Das Schließen bei Sonnenaufgang und das Herunterlassen der Rollläden bewahrt die über Nacht gespeicherte Frische.
8. Den unteren Fensterbereich mit einem isolierenden Zugluftstopper abdichten

Der untere Bereich des Rahmens ist oft der Schwachpunkt der Dichtheit, insbesondere bei alten Fenstern. Ein isolierender Zugluftstopper (Schaum, beschwertes Gewebe oder Bürste) wird gegen die Schwelle geschoben und blockiert das Eindringen von warmer Luft von außen.
Dies ist die günstigste Lösung dieser Liste. Sie erfordert kein Werkzeug und kann in wenigen Sekunden entfernt werden, um zu lüften. Man kombiniert sie mit dem Austausch der seitlichen Dichtungen für eine vollständige Abdichtung des Rahmens.
9. Kletterpflanzen setzen oder eine begrünte Pergola installieren

Eine laubabwerfende Kletterpflanze (Wilder Wein, Glyzinie, Hopfen) filtert die Sonnenstrahlung im Sommer und lässt im Winter Licht durch. Der Schatten, der auf das Fenster fällt, reduziert die Oberflächentemperatur des Glases erheblich.
Die Begrünung wirkt wie ein natürlicher Sonnenschutz, ohne die Fassade dauerhaft zu verändern. Man sollte jedoch eine stabile Unterstützung (Rankgitter, gespannte Kabel) und regelmäßige Pflege einplanen, um zu verhindern, dass die Triebe die Dichtungen oder den Fensterrahmen beschädigen.
10. Mehrere Lösungen je nach Ausrichtung kombinieren

Kein einzelner Tipp reicht aus, um eine nach Süden ausgerichtete Fassade in der Hitzeperiode zu schützen. Die besten Ergebnisse erzielt man, indem man die Maßnahmen übereinander stapelt:
- Äußere Schutzvorrichtung (helle Rollläden oder BSO), um die Strahlung vor dem Glas zu blockieren
- Leistungsfähige Verglasung oder Sonnenschutzfolie zur Reduzierung der Energieübertragung
- Dichtheit des Rahmens (neue Dichtungen, Abdichtung unten), um das Eindringen von warmer Luft zu verhindern
- Nächtliche Belüftung, um die verbleibende Wärme abzuführen
Dieser mehrschichtige Ansatz entspricht den aktuellen Empfehlungen für den Sommerkomfort. Wenn man nur an einem Punkt ansetzt, bleibt immer ein schwaches Glied in der Isolationskette. Man beginnt mit den kostengünstigsten Lösungen (Dichtungen, Zugluftstopper, Vorhänge) und steigert sich dann zu Sonnenkontrollverglasung oder BSO, wenn das Budget es zulässt.